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Was ist visuelles Hacken?

  • Der Blick auf fremde Daten am Bildschirm ist bereits ein Hack.
  • Ausgespähte Daten können leicht missbraucht und weitergegeben werden.
  • Das Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine Gefahrenquelle.
  • Eine Reihe von Maßnahmen schützen vor unerwünschtem Datenklau schützen.

Visuelles Hacken bedeutet, dass jemand vertrauliche Daten stiehlt, indem er sich Informationen, die sich auf einem Bildschirm befinden, merkt oder abfotografiert. Die auf diese Weise ausgespähten Daten können leicht weitergegeben und missbraucht werden. Allein der Blick auf fremde Daten wird als Hack bezeichnet. Ein gängiger Begriff für das visuelle Hacken ist das Schulter-Surfen. Sowohl bei der Arbeit im Büro oder beim Reisen mit Bahn und Flugzeug, als auch in Co-Working Areas etc. kann diese Art des Datenklaus schnell vorkommen.

Ein Test des Unternehmens für Cybersicherheit „Kaspersky“ hat ergeben, dass in 170 geprüften Zugwaggons nur bei 5 % der Laptops eine Blickschutzfolie zum Einsatz kam. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass der Tester auf 1193 Bildschirmen ein genutztes Business-Programm einsehen konnte. Dabei kam mit 87 % am häufigsten ein Laptop zum Einsatz. Quelle

Ist Visual Hacking nur auf der Arbeit relevant?

Nein, auch im privaten Bereich kommt dieses Phänomen immer öfter vor. Wenn man privat unterwegs ist, möchte man nicht gerne, dass andere Personen sehen in welchem Social Media Kanälen man surft und welche Serien geschaut werden. Jeder Mensch hat das Recht auf Privatsphäre. Privatpersonen sollten sich darüber bewusst sein, dass der eigene Bildschirm in öffentlichen Umgebungen nicht wirklich privat ist.

Wie kann ich mich vor Datenklau schützen?

1.    Lassen Sie den Laptop oder Computer nicht unbeaufsichtigt.
Wenn Sie den Arbeitsplatz für kurze Zeit verlassen, denken Sie daran, den Computer zu sperren. An Flughäfen und Bahnhöfen sollte der Laptop nicht unbeaufsichtigt sein. Auch wenn Sie den Laptop jemandem anvertrauen, sollten Sie diesen besser direkt sperren.

2.    Versperren Sie neugierigen Personen die Sicht.

Im Büro kann die Sicht auf den Rechner möglicherweise mit einer Pflanze im Sichtwinkel anderer Personen vermieden werden. Besser jedoch sind die sogenannten Blickschutzfilter. Investieren Sie in einen professionellen Blickschutz. Damit vermeiden Sie, dass Datendiebe Informationen von der Seite einsehen können. Gerade an öffentlichen Orten kann dieses Mittel sehr hilfreich sein. In Bus und Bahn sollte Ihr Sitznachbar nicht direkten Blick auf Ihre Aktivitäten am Laptop haben.

3.    Implementieren Sie die CLEAN DESK Policy.

Laut Firmenpolitik müssen Angestellte ihren Arbeitsplatz sauber halten und wichtige Dokumente auch bei kurzer Abwesenheit vom Schreibtisch entfernen. Warum sollten nicht auch Daten am Computer unzugänglich gemacht werden? Achten Sie darauf, dass der Computer immer gesperrt wird, sobald Sie den Arbeitsplatz verlassen.

4.    Büromöbel umstellen

Es muss Ihnen bewusst sein, wie datenbasiert Ihre Arbeit ist. Jeder der Sicht auf Ihren Bildschirm hat, begeht Datenklau und kann diese missbrauchen. Platzieren Sie Ihre Büromöbel so, dass Sie Kontrolle darüber haben, aus welcher Perspektive auf Ihren Arbeitsplatz geschaut werden kann. Schon mit kleinen Verstellungen der Winkel kann viel erreicht werden. Achten Sie darauf, dass Sie einen Hotkey haben, der einen Bildschirmschoner aktiviert, wenn potentiell neugierige Augen bemerkt werden.

5.    Datenvernichtungspolitik
Die Datenvernichtungspolitik kann die Anzahl an umlaufenden vertraulichen Dokumenten reduzieren. Hierfür muss sich das Unternehmen mit einem zuverlässigen Dienstleistungsanbieter zusammenschließen und eine Shred-it all Policy implementieren. Die Mitarbeiter können Daten und Dokumente direkt vernichten, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Die Datenvernichtung ist auch in der am 25. Mai 2018 in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung geregelt.